Montag, September 01, 2008
Weitere Schulen vor der Schließung
Der einst von Kreiselternrat, Stadtrat und Verwaltung ausgehandelte Kompromiss für die künftige Schullandschaft in Chemnitz wird immer weiter zu Lasten der Schüler aufgeweicht. Zu diesem Fazit kam Kreiselternratschef Andreas Müller nach der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Schulausschusses am Mittwochabend und hat daraufhin in einem Brief an den Oberbürgermeister seinen Rückzug aus dem Ausschuss preisgegeben. Im Kern geht es in der aktuellen Diskussion vor allem um die künftige Schullandschaft im Westteil der Stadt. Hinter verschlossenen Türen haben sich die Ausschussmitglieder darauf verständigt, mittelfristig die Neruda-Schule auf dem Kassberg zu schliessen.
Die Grundschüler sollen nach erfolgter Sanierung in die Altendorfer Schule gehen, die dann als dreizügige Grundschule betrieben wird. Ausserdem sollen an der Flemming-Schule eine einzügige Grund- und eine zweizügige Mittelschule eingerichtet werden. Anscheinend stehen die PDS- und die SPD-Fraktion schon hinter diesem Plan. Für Kreiselternrat Andreas Müller ist die Schliessung einer weiteren Grundschule nicht nachvollziehbar, zumal das Kultusministerium das im vergangenen Jahr beschlossene mittelfristige Zweck für die Grundschulen bestätigt hat und nur für die Mittelschulen (derzeit 22) noch einen Schliessungsbedarf von zwei bis drei Einrichtungen sah. Im Gespräch sind die Herder- und die Neubauer-Mittelschule. Müller befürchtet allerdings, dass die Stadt aus Geldnot weitere Grundschulen schliessen wird: „Der jetzige Plan ist der Einstieg in den Ausstieg.“
